Features

Donnerstag 09:05 Uhr Ö1

Radiokolleg - Die Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki

Symbol für die Bedrohung der Menschheit durch sich selbst (4). Gestaltung: Judith Brandner ""Es war ein Raum ohne Leben", erinnerte sich ein Zeitzeuge, der kurze Zeit nach dem Atombombenabwurf von 6. August 1945 nach Hiroshima kam: "Kein Baum mehr, kein Haus, kein Insekt, nicht einmal mehr eine Ameise." Hiroshima war dem Erdboden gleichgemacht; die enorme Hitze im Hypozentrum ließ Glas schmelzen und brannte menschliche Schatten in Steine ein. Viele Leichen waren bis zur Unkenntlichkeit verkohlt. Hunderttausende starben sofort. Die überlebenden Hibakusha, die Atombombenopfer, leiden noch 70 Jahre später an den Folgen der radioaktiven Verstrahlung. Am 9.8.1945, warfen die USA eine zweite Atombombe anderer Bauart auf Nagasaki. Eine Entschuldigung für diese einzigartige menschliche Katastrophe hat es nie gegeben. Die Interpretation der Ereignisse ist bis heute umstritten: In den USA hält sich hartnäckig die Begründung, dass "die Bombe das Kriegsende beschleunigt, die Invasion in Japan verhindert und so zigtausende Menschenleben gerettet habe". Ob Japan auch ohne die Bomben bald kapituliert hätte, bleibt Spekulation. Fest steht, dass die Atombomben der letzte Schlag im Pazifischen Krieg waren, und der erste im Kalten Krieg. Unmittelbar nach Hiroshima und Nagasaki setzte die weltweite atomare Aufrüstung ein, um das sogenannte Gleichgewicht des Schreckens aufrechtzuerhalten.

Donnerstag 09:05 Uhr Bayern 2

radioWissen

Die Kubakrise von 1962 Warum die Welt nicht unterging Kontrolle oder Overkill? Wie die Atombombe die Welt veränderte Das Kalenderblatt 6.8.1965 "Help!" erscheint Von Markus Mähner Die Kubakrise von 1962 - Warum die Welt nicht unterging Autorin: Sabine Straßer / Regie: Sabine Kienhöfer Vor 50 Jahren, im Oktober 1962, standen die Supermächte kurz vor einem Atomkrieg. Die Sowjetregierung unter Nikita Chruschtschow hatte auf Kuba heimlich Mittelstreckenraketen stationiert, die Washington und die wichtigsten Industriestädte der USA hätten erreichen können. Eine Provokation, die den jungen US-Präsidenten John F. Kennedy vor ungeahnte Herausforderungen stellte. Mit seinen engsten Beratern erwog er Luftangriffe auf Kuba, auch eine Invasion. Beides hätte vermutlich in die Katastrophe geführt. Schließlich ließ Kennedy eine Seeblockade über die Insel verhängen. Es folgten dramatische Stunden, in denen die Welt oft nur Sekundenbruchteile von einem Kriegsausbruch entfernt war. Was hat ihn am Ende verhindert? War es diplomatisches Geschick oder schlichtweg nur Glück? Jahrzehntelang wurde die Kuba-Krise vor allem als ein persönlicher Machtkampf der beiden Charaktere Kennedy und Chruschtschow betrachtet. Aber welche Rolle spielte eigentlich der kubanische Staatschef Fidel Castro? Was wäre geschehen, wenn ein russischer Offizier auf hoher See die Nerven verloren hätte? Die Forschungen der Historiker bringen immer wieder neue Details über den Verlauf der Kuba-Krise an Licht. Sie belegen vor allem eine Erkenntnis, die Chruschtschow seinerzeit schon hatte: "Jeder Trottel kann einen Krieg anfangen, und wenn er es einmal gemacht hat, sind selbst die Klügsten hilflos, ihn zu beenden - vor allem wenn es ein Atomkrieg ist." Kontrolle oder Overkill? - Wie die Atombombe die Welt veränderte Autorin: Christian Schaaf / Regie: Sabine Kienhöfer 6. August 1945: Das Ende des Zweiten Weltkrieges begann mit einer gigantischen Atom- Explosion über der japanischen Stadt Hiroshima. Den mörderischen Schlussakkord setzte eine zweite Detonation über Nagasaki zwei Tage später. Damit war ein neues Zeitalter angebrochen: Mit Atombomben konnten nun Kriege mit einer nie dagewesenen Schnelligkeit und Zerstörungskraft entschieden werden. So sehr sich viele Intellektuelle, wie u.a. Albert Einstein, während des Zweiten Weltkrieges eine ultimativ abschreckende Waffe gewünscht hatten, so sehr waren sie nun erschrocken über die Konsequenzen, die sich aus der Existenz der Atombombe ableiten ließen: Ein großer Krieg mit dieser neuen Waffe, würde die Menschheit an den Rand der Ausrottung der eigenen Art bringen. Als dann wenige Jahre nach Hiroshima und Nagasaki auch die zweite Supermacht UdSSR über Atombomben verfügte, begann ein fataler Rüstungswettlauf mit dem Ziel, immer noch zerstörerischere Bomben zu entwickeln. Die Folge: Ein weltweites Nuklearwaffenarsenal, das einen mehrfachen Weltuntergang herbeibomben konnte. Eine zentrale Frage beherrscht seither die Weltpolitik: Wie kontrolliert man die Bombe? Wie verhindert man, dass Nuklearwaffen eingesetzt und eine verhängnisvolle Kettenreaktion von Erst- und Vergeltungsschlag in den Gang kommt? Und: War es nur Glück, dass in den 70 Jahren nach Hiroshima keine weiteren Kernwaffen eingesetzt wurden? Moderation: Thies Marsen Redaktion: Nicole Ruchlak

Donnerstag 09:30 Uhr Ö1

Radiokolleg - Seeräuber und Netzpiraten

Beutezüge einst und jetzt (4). Gestaltung: Andreas und Caroline Wolf Auf der Schulter ein Papagei, ein Holzbein, ein mit einer schwarzen Binde verbundenes Auge und eine schwarze Totenkopfflagge. Das sind die wichtigsten Ingredienzien für einen Piratenfilm. Gedreht wurden die ersten Seeräuber-Streifen bereits am Beginn des 20. Jahrhunderts. Viele unserer Piraten Stereotype gehen auf den 1881 von Robert Louis Stevenson veröffentlichten Roman "Die Schatzinsel" zurück. Egal ob in der Karibik, im Mittelmeer, oder entlang der Inselwelt Indonesiens, fast immer griffen, und greifen Piraten auch heute noch, in unübersichtlichen Küstenregionen an. Das Ziel ist schneller Reichtum, sei es durch Lösegelderpressung oder durch den Raub von Wertgegenständen. Dass dies oft mit bestialischer Gewalt geschieht, wird häufig ausgeblendet, denn im Film werden Piraten meist als Freiheitskämpfer dargestellt. Und tatsächlich herrschten auf Seeräuberschiffen, zum Teil, egalitär-demokratische Strukturen. So waren Piraten-Kapitäne ihren Mannschaften gegenüber gleichgestellt. Auch bei der Aufteilung der Beute gab es keine Vorrechte. Nur während des Kampfes durfte der Kapitän seine Männer anführen. Von diesem freiheitsliebenden Piratenbild leiten sich zahlreiche moderne Aspekte der Piraterie ab, wie zum Beispiel Radiopiraten, Telefonpiraten oder die "Piratenpartei". Deren Name bezog sich, ganz bewusst, auf die negative Konnotation des Begriffes durch die Film- und Musikindustrie. Das Ziel der Bewegung war eine neue, positive Interpretation von "Pirat". Mit dieser Strategie war die Partei am Beginn der 2010er-Jahre in mehreren europäischen Ländern überraschend erfolgreich. Unter Netzpiraterie hingegen verstand man um die Jahrtausendwende ein Sammelsurium von illegalen Aktivitäten im Internet. Diese reichten von Hacken und Raubkopieren über Virenprogrammieren bis hin zur Cyber-Kriminalität. In den vergangenen 20 Jahren hat sich die Szene aber nachhaltig verändert. Menschen, die sich illegal Filme oder Musik downloaden, sind deutlich weniger geworden. Explodiert ist hingegen die Internet- und Computerkriminalität, die von Erpressung und Betrug über Datendiebstal bis hin zum Cyber-Terrorismus reicht. Eine andere Form der modernen Piraterie ist die "Produktpiraterie". Sie ignoriert die Rechte auf geistiges Eigentum. 2019 waren 3,3 Prozent aller weltweit gehandelten Güter Fälschungen. Das entsprach einem Gesamtwert von 509 Milliarden US-Dollar. Mit 6,8% aller Waren lag dieser Wert in der EU sogar noch deutlich höher - Tendenz stark steigend.

Donnerstag 09:45 Uhr Ö1

Radiokolleg - Kalligrafie der Töne

Komponisten zwischen Japan und Europa (4). Gestaltung: Brigitte Voykowitsch Jeder einzelne Ton lebt. In Kombination miteinander bilden sie Linien, wie man sie in der japanischen Kalligrafie malt: Das bezeichnet der Komponist Toshio Hosokawa als eines der grundlegenden Merkmale traditioneller japanischer Musik. Hosokawa, der 1955 in Hiroshima geboren wurde, begann sich mit dieser Musik allerdings erst in Deutschland zu beschäftigen, wo er sich zum Studium westlicher klassischer Musik aufhielt. Heute schöpft er aus beiden Traditionen und versteht sich weder als japanischen noch als europäischen, sondern als zeitgenössischen Komponisten. Eine große Inspiration für Hosokawa war der 1996 verstorbene Törü Takemitsu, der in Werken wie "November Steps" die beiden musikalischen Welten einander gegenüber stellte. Bei den Salzburger Festspielen 2013 wurde Hosokawas "Klage für Sopran und Orchester auf Texte von Georg Trakl" uraufgeführt. Zur Komposition angeregt hat Hosokawa das Foto einer Mutter, "die nach dem Tsunami vom 11. März 2011 den Körper ihres Kindes an der Küste suchte und ihren tiefen Schmerz dadurch bewältigte, dass sie ihm singend Ausdruck verlieh." Zuvor hatte Hosokawa mit Sternlose Nacht und Voiceless Voice in Hiroshima bereits ein Memento an die Zerstörung Dresdens und eines an den Atombombenabwurf auf seine Geburtsstadt Hiroshima komponiert, auch da aber auf Texte von Georg Trakl zurückgegriffen. Für europäische Musiker, zum Beispiel die Mitglieder des Österreichischen Ensembles für Neue Musik, die im Sommer 2013 wieder Hosokawa spielten, eröffnen sich mit Takemitsu und Hosokawa ganz neue Zugänge zu ihren eigenen - westlichen - Instrumenten.

Donnerstag 15:05 Uhr SWR2

SWR2 Leben

Die Post ist da - Unterwegs mit einem eigenwilligen Paketzusteller Von Eva Wolk Die Zustellbranche hat sich stark verändert. Immer mehr Verbraucher bestellen übers Internet, schicken zurück, bestellen erneut. Das hat Konsequenzen: Der Einzelhandel verliert Umsatz, dafür haben die Paketdienste immer mehr zu tun. Die Konkurrenz zwischen DHL, DPD, Hermes, UPS und GLS geht zu Lasten der Zusteller. Schlechte Arbeitsbedingungen, miese Bezahlung und die Kunden machen unangenehme Erfahrungen mit gehetzten Dienstleistern. Mittendrin in diesem düsteren Bild: Stephan Firke, DHL-Zusteller mit Beamtenstatus und ein echtes Original. Ein Feature über eine aussterbende Spezies. (Produktion 2018)

Donnerstag 15:05 Uhr Bayern 2

radioWissen am Nachmittag

Cholesterin Substanz mit Folgen Der Kreislauf Was treibt uns an? Das Kalenderblatt 6.8.1965 "Help!" erscheint Von Markus Mähner Cholesterin - Substanz mit Folgen Autorin: Veronika Bräse / Regie: Cholesterin ist ein Gebilde aus Eiweißen und Fetten. Es hat zwei Gesichter: Zum einen braucht es der Körper, um Zellwände auszubilden und Hormone herzustellen - es ist ein lebenswichtiger Bestandteil des Organismus. Zum anderen kann das schädliche Cholesterin - das sogenannte LDL-Cholesterin - zu Ablagerungen in den Blutgefäßen führen. Lösen sich die Ablagerungen, können Gefäße verstopfen. Schlimmstenfalls führt das zu Herzinfarkt oder Schlaganfall. Empfehlenswert sind niedrige LDL-Werte im Blut, allerdings lassen sich die gar nicht so leicht erreichen. Nur etwa 10 bis 20 Prozent des Cholesterinspiegels steuern wir über die Ernährung. Der größte Anteil ist genetisch angelegt und lässt sich nicht beeinflussen. Wer also auf fette Hausmannskost mit süßen Nachspeisen verzichtet, ist nicht davor gefeit, ein Risikopatient zu sein. Cholesterinsenker helfen bei hohen LDL-Werten, sind aber nicht ohne Nebenwirkungen zu haben. Letztlich ist der Cholesterinspiegel nicht alles: Auch andere Risikofaktoren wie Rauchen, Alkohol oder Übergewicht können zu Herzinfarkt und Schlaganfall führen. Der Kreislauf - Was treibt uns an? Autorin: Ingeborg Hain / Regie: Susi Weichselbaumer Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind seit Jahrzehnten die Todesursache Nummer eins in Deutschland. Sie zählen zu den typischen Wohlstandsleiden - ausgelöst durch üppiges Essen, Übergewicht und zu wenig Bewegung. Das alles macht auf Dauer den Kreislauf träge, es behindert den Bluttransport im gesamten Körper. Aber warum ist das so? Wie funktioniert unser Kreislauf, der in Wirklichkeit aus mehreren Kreisläufen besteht, überhaupt? Unser Herz arbeitet ununterbrochen. An einem Tag schlägt es rund 100.000 Mal. Gefährlich wird es, wenn es außer Takt gerät. Oder wenn der Blutstrom in dem weitverzweigten Rohrleitungssystem von Adern und Venen behindert wird. Dann sind krankhafte Veränderungen am Werk - zum Beispiel ein Bluthochdruck oder Diabetes Typ 2. Das fein aufeinander abgestimmte Wunderwerk Herz-Kreislaufsystem funktioniert jahrzehntelang komplikationslos - vorausgesetzt es wird nicht durch äußere Umstände belastet. Dazu gehört Rauchen ebenso wie mangelnde Achtsamkeit sich selbst gegenüber. Denn anhaltender Stress - vom Straßenlärm während des Schlafens bis hin zum täglichen Termindruck - belastet das Herz-Kreislaufsystem zusätzlich. Fakt ist: Ein gesundheitsbewusster Lebensstil reduziert das Erkrankungsrisiko allein am Herzen um die Hälfte. Moderation: Redaktion: Matthias Eggert

Donnerstag 19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

Chemie der Liebe Das Geheimnis eines großen Gefühls Von Duska Roth (Wdh. v. 15.08.2019) Die Hormone spielen verrückt, wenn Liebe im Spiel ist. Forscher entzaubern mit Hilfe der modernen Wissenschaft das schönste Gefühl der Welt. Und doch bleibt die Liebe ein Zustand voller Geheimnisse. Liebe ist wunderschön, bittersüß und mysteriös. Doch in Wahrheit sind die Schmetterlinge im Bauch nur Hormone, die im Gehirn wirken. Ein Motivator der Natur zur Fortpflanzung. Allerdings ist Liebe mehr als nur die Summe biochemischer Prozesse in unseren Körpern. Sie ist geprägt durch unsere Erfahrungen und die Gesellschaft, in der wir leben. Zusammen alt zu werden und immer noch den Funken zu spüren, ist für viele in unserer Gesellschaft das Idealbild einer Paarbeziehung, das es zu erreichen gilt. Dabei wirkt sich die vorgelebte Beziehung der Eltern auf unser Liebesleben aus und jemand, dem das Herz gebrochen wurde, geht kritischer in die nächste Beziehung. Es ist unvermeidbar: Das Herz und der Kopf beeinflussen gemeinsam, wen, wie und wie lange wir lieben.

Donnerstag 22:08 Uhr Ö1

Radiokolleg

Die Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki. Symbol für die Bedrohung der Menschheit durch sich selbst (4). Gestaltung: Judith Brandner Seeräuber und Netzpiraten. Beutezüge einst und jetzt (4). Gestaltung: Andreas und Caroline Wolf Kalligrafie der Töne. Komponisten zwischen Japan und Europa (4). Gestaltung: Brigitte Voykowitsch

Mittwoch Freitag